Langzeitmessungen
Eine Messung vor Ort erfasst nur das Zeitfenster, wo der Ingenieur das Messgerät aufzeichnen lässt. Ein Geräusch, das kommt und geht, tritt in dieser Zeitphase vielleicht gar nicht auf — und was während der Messung "schweigt", lässt sich nicht orten oder beurteilen. Die Langzeitmessung zeichnet ohne Unterbruch auf und erfasst somit auch sporadisch auftretende Geräusche.

Warum über Tage gemessen wird

Ein autonomes Messgerät steht an einer festen Position in dem Raum, in dem die Störung wahrnehmbar ist, und misst kontinuierlich. Das Auftreten von Störgeräuschen wird zum späteren Abgleich mit den Messdaten von der betroffenen Person protokolliert.
Die Messung hält fest, wann eine Störung beginnt, wann sie endet und in welchem Rhythmus sie wiederkehrt. Das ist oft schon die halbe Diagnose: ein Muster im Stundentakt deutet auf eine Regelung mit Konstant-Sollwert, eines im Wochenrhythmus auf einen industriellen Betriebsablauf, und eines, das mit der Aussentemperatur korreliert, auf eine Heizung als Ursache hin.
Das Messsystem

Kompakt, ohne komplizierten Aufbau, und auf lange, unbeaufsichtigte Messungen ausgelegt:
- Mikrofon: geringes Eigenrauschen (16,5 dBA), auf 0,1 dB kalibriert, Frequenzbereich 12,5 Hz bis 20 kHz — auf Wunsch optional ab 3 Hz.
- Frequenzauflösung: bis zu 96 Bänder pro Oktave — fein genug für schmalbandige tonale Anteile und langsame Frequenzänderungen
- Zeitbasis: temperaturkompensierte Uhr
- Pufferbatterie: misst bei einem Stromausfall bis zu 4 h weiter
- Daten: werden während der Messkampagne lokal auf dem Gerät gespeichert
- Funk: WLAN und BLE sind dauerhaft deaktiviert
Geräte und Auswerte-Server programmieren wir selbst. Die für Ihr Problem erforderlichen Einstellungen wie Auflösung, Messgrössen oder Auswertungen lassen sich unkompliziert im Web-Tool selektieren, statt vorgängig aus einem Gerätemenü ausgewählt werden zu müssen.
Monitoring für Industrie und Bau
Die Technik lässt sich für eine einzelne Kampagne wie auch fest installieren — kontinuierlich oder periodisch:
- Datenerfassung: autonome Geräte oder fest installierte Sensorik
- Datenübertragung: lokale Speicherung oder direkte Server-Anbindung
- Visualisierung: Web-Dashboard mit Trend-Analyse, Spektrogramm und Alarm-Funktionen
- Auswertung: automatisierte Erkennung von Anomalien und kritischen Zuständen
Bei Maschinen verraten Schall- und Vibrationssignale den Zustand lange bevor ein Defekt sichtbar wird; im Bau belegt eine mitlaufende Messung, dass während der Bauzeit eingehalten wurde, was zugesichert war.Lorem Ipsum!
Sonotrazer — die Messkampagne für zuhause

Für private Haushalte gibt es die Messung als fertige Dienstleistung. Wir schicken das Messkit per Post, Sie stellen es dort auf, wo die Störung am deutlichsten wahrnehmbar ist, und lassen es bis zu zwei Wochen messen. Für die Rücksendung liegt eine GAS-Rücksendeetikett bei.
Ausgewertet wird im Browser: verdächtige Geräusche, selbst markierte Ereignisse und wiederkehrende Muster sind darstellbar, dazu ein hörbarer Eindruck ausgewählter Momente. Ein Akustikingenieur von Sonotronex geht die Daten mit Ihnen durch, ordnet die wahrscheinlichste Quellenkategorie ein und empfiehlt den nächsten Schritt. Der PDF-Bericht fasst zusammen, was Sie gegenüber Vermieter, Hausverwaltung, Installateur oder Nachbarn aufzeigen möchten.
Das Gerät wird durch uns vor jedem Versand kalibriert. Die Messung ist präzis und aussagekräftig, ersetzt aber nicht ein formal rechtsgültiges Gutachten.
Die Langzeitmessung ist eine geeignete Vorabklärung, wenn eine Störung unregelmässig oder vor allem nachts auftritt. Sie zeigt, ob und wann ein wiederkehrendes Muster vorhanden ist und ob sich eine gezielte Vor-Ort-Suche lohnt. Ist das Geräusch zuverlässig während gewissen Zeitphasen vorhanden, ist der direkte Vor-Ort-Einsatz meist der kürzere Weg.
Für Verwaltungen und Behörden
Bei einer Lärmklage klärt eine Messkampagne zunächst, ob wiederkehrende Geräusche vorliegen und welcher nächste Schritt gerechtfertigt ist:
- in wiederkehrendes Muster ist dokumentiert und eine vertiefte Untersuchung ist gerechtfertigt.
- Eine wiederkehrende Störung besteht zwar, aber die Pegel sind zu gering für einen rechtlich begründeten Handlungsbedarf. Der nächste Schritt kann eine technische Klärung oder Vereinbarung sein.
- In der Kampagne werden keine störenden Geräusche festgestellt - es drängen sich vorderhand keine nächsten Schritte auf.

